Impuls für die Kalenderwoche 19: Vatertag oder Christi Himmelfahrt

Wochenimpuls von Pastor Frank Weilke

Morgen feiern wir das Fest Christi Himmelfahrt. Echt!

Das ist gar nicht so selbstverständlich, wie es sich anhört. Denn das Fest hat es schwer, wahrgenommen zu werden. Schaltet man das Radio ein (außerhalb Bayerns), dann ist da fast nur noch vom „Vatertag“ die Rede. Dort, wo die Säkularisierung noch weiter fortgeschritten ist, heißt das Event „Herrentag“, womit die „Herren der Schöpfung“ gemeint sind.

Doch in diesem Corona-Jahr dürfte es mit kollektiven Ausflügen und ausgiebigem Feiern in geselliger Runde wohl nichts werden. In diesem Jahr bleibt Papa Zuhause bei der Familie. Und das ist ja nicht die schlechteste Idee, um den „Vatertag“ gebührend zu feiern. Grillen im Garten und Spielen mit den Kindern macht bestimmt auch Spaß.

Aber nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung, sondern auch in vielen Kirchengemeinden fristet das morgige Himmelfahrtsfest sonst oft eher ein Nischendasein. Denn in vielen Gemeinden würde morgen eigentlich die Erstkommunion gefeiert. Und da geht es eben meistens um andere Themen als um das Ereignis der Himmelfahrt Christi.

Doch in diesem Corona-Jahr müssen sich die Kommunionkinder leider noch länger gedulden, bis endlich ihr Festtag kommt. Und die Seelsorgerinnen und Seelsorger müssen sich stattdessen tatsächlich mal wieder etwas zum Thema „Himmelfahrt“ einfallen lassen.

Vielleicht ist es da ja keine schlechte Idee, eine Verbindungslinie zwischen dem Fest Christi Himmelfahrt und dem „Vatertag“ zu ziehen? Denn schließlich kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Himmelfahrt für Jesus so etwas wie ein „Vatertag“ gewesen ist. Aus der Welt kehrt Jesus zu seinem Vater in den Himmel zurück. Und der Himmel ist dort, wo dieser Vater Jesu spürbar und erfahrbar ist. Es ist kein Ort über den Wolken, nicht das unendliche Weltall, an das wir als Christen bei dem Stichwort „Himmel“ denken, sondern es ist die Gegenwart Gottes, seine Präsenz, die für uns der Himmel ist. Denn wo Gott ist, da ist Liebe und Erbarmen, da blüht das Leben auf, da weicht der Tod zurück. Wo Gott spürbar ist, da sind wir beschützt wie bei einem guten Vater und geborgen wie bei einer liebevollen Mutter.

Die gute Nachricht für uns lautet: Dieser Vater im Himmel, den Jesus uns offenbart hat und zu dem er heimgekehrt ist, ist auch unser Vater. Und auch wir dürfen einmal heimkehren zu Ihm und für immer bei Ihm leben.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen schönen „Vatertag“ und einen gesegneten Festtag der Himmelfahrt Christi!

Impuls von Pastor Weilke