Impuls für die Kalenderwoche 20: Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?

Impuls von Dominik Potthast, Pastoralreferent

Pfingsten und der Heilige Geist sind als Thema eine große Herausforderung, für mich besonders in der Firmvorbereitung und in der Schule. Mit dem Weihnachtsfest können viele Jugendliche und Erwachsene etwas anfangen. Mit Ostern wird es schon schwieriger. Wenn ich das Thema Pfingsten anspreche, dann folgt meistens das große Schweigen. „Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?“ – Stille.

Ehrlich gesagt finde ich das Thema „Heiliger Geist“ auch als Theologe sehr schwierig. Mit Gott, dem Schöpfer, und Jesus Christus, seinem Sohn, komme ich mit meinen Vorstellungen gut zurecht. Aber gerade zum Geist Gottes habe ich mir schon oft den Kopf sprichwörtlich zerbrochen.

Das ist aber auch verständlich, wenn man bedenkt, dass auch in der Bibel immer wieder Bilder für den Heiligen Geist benutzt werden. Selbst die Verfasser der Heiligen Schrift wussten sich nur so zu helfen, wie der Geist eigentlich beschrieben werden kann: Beim Pfingstereignis kam Wind auf und wie in Feuerzungen ließ sich der Geist auf die Apostel nieder. Bei der Taufe Jesu wird der Geist als Taube beschrieben, die vom Himmel herabkommt.

Ich versuche mir, den Heiligen Geist als eine besondere Nähe Gottes zu uns Menschen vorzustellen, die uns Kraft und Orientierung gibt. Ein Vergleich ist hier für mich hilfreich: Es gibt Menschen, die sind mir so wichtig, dass sie sogar Einfluss auf mich haben, obwohl sie gar nicht da sind. Schon die Erinnerung an einen Menschen, den ich liebe, kann mein Herz zum Rasen bringen. Gute Ratschläge können mein Handeln beeinflussen, auch wenn der Mensch, der mir diesen Rat gegeben hat, schon nicht mehr lebt. Und ich glaube, dass mir Gott mit seinem Geist noch näher sein kann als meine Mitmenschen es sein können.

Der Geist drängt sich mir nicht auf, aber er will mir immer wieder deutlich machen: Du bist von mir – Gott – geliebt. Diese Zusage, die Gott durch seinen Geist mir schenkt, verleiht mir Trost und Zuversicht im Leben. So fühle ich mich von Gott begleitet.

Zugegebenermaßen gibt es auch Situationen, in denen ich Gottes Nähe kaum spüre. Aber es gab auch schwierige Lebensphasen, in denen ich mich von Gott gehalten gefühlt habe. Und ich bin davon überzeugt, dass Gottes Geist uns darauf hinweist, so zu leben, dass unser Leben gut gelingen kann. Er will uns leiten, nicht nur egoistisch auf uns zu schauen. Wir sind dabei aber keine Marionetten, an deren Fäden Gott zieht. Die Verantwortung für unser Handeln mit oder gegen Gottes Geist bleibt bei uns. Ich bin mir jedenfalls sicher: Für mein Leben ist es gut, mich auf den Heiligen Geist einlassen, mich von ihm leiten und von Gottes Liebe stärken zu lassen. Darauf vertraue ich.

Impuls von Dominik Potthast, Pastoralreferent