St. Margareta Wadersloh

BG4 (Large)Pfarrkirche St. Margareta Wadersloh
Kirchplatz (Parkplatz: Wilhelmstraße 3)
59329 Wadersloh

Kirchengeschichte_Wadersloh

Kirchenführung

Die Kirche von St.Margareta Wadersloh wurde in den Jahren 1892-94 an Stelle des abgebrochenen Vorgängerbaus und auf dem ehemaligen Friedhof mitten in die enge Bebauung des Dorfes hinein errichtet. Die Pläne für dieses neogotische Gesamtkunstwerk stammen von dem Architekten Wilhelm Rincklake, der nach Vollendung dieser Kirche als Bruder Ludgerus in das Benediktinerkloster Maria Laach eintrat

Heute steht der Bau frei auf einem Kirchplatz, da die ihn umgebende Bebauung in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts abgebrochen wurde. Der Blick vom 88 Meter hohen Hauptturm durch die beiden Nebentürme lässt erahnen, dass der Mittelpunkt des Dorfes auf einer kleinen Anhöhe in einer Senke liegt, die von den Beckumer Bergen, dem Teutoburger Wald und dem Haarstrang begrenzt wird.

Der Grundstein im Chorraum der Kirche bezeugt, dass er 1892 gelegt und bei der Renovierung 1960 ergänzt wurde.

Wenn man die Kirche betritt, sollte man zunächst zum Hauptportal gehen und von dort zum Hochaltar blicken, um die Wirkung des dreischiffigen Hallenbaus richtig erfassen zu können. Er soll nämlich an das himmlische Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes erinnern und dem Gläubigen mit Säulen, Gewölbe und den Chorfenstern einen Vorgeschmack des Himmels vermitteln.

Doch bevor der Gläubige das Heiligtum betritt schreitet er durch die Taufkapelle am Taufbecken vorbei, um sich an den Beginn seiner Geschichte mit Gott und der Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen zu erinnern. (Taufstein um 1450).

Dabei begrüßt ihn der als „Brückenheiliger“ bekannte Johannes Nepomuck an der Brücke vom Profanen (Weltlichen) zum Fanum, dem Heiligen. Dieser Heilige gilt auch als der Hüter des Beichtgeheimnisses. Zur Zeit des Kirchbaus war es nämlich noch üblich, zu Beginn des Gottesdienstes einen der Beichtstühle, die rechts und links vom Weg liegen, zu betreten, um von Sünde und Schuld befreit zu werden. (Nepomukstatue um 1750; Beichtstühle von W. Niehus, Münster 1905).

Auf der gegenüberliegenden Seite weist bereits die Mutter Gottes mit ihrem ausgestreckten Arm auf das Zentrum des Geschehens am Zelebrationsaltar. (1960 geschaffen von H.G.Bücker, Vellern). Nun fällt beim Gang zum Altar der Blick auf die „apokalyptische Strahlenmadonna“, eine Figur,die uns Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm stehend auf der Sichel des Mondes zeigt, die zertretene Schlange als Zeichen des Bösen unter ihren Füssen, wie sie in der Offenbarung des Johannes beschrieben wird. (um 1750).

Das Gewölbe der Kirche ruht auf acht Säulen, die aber ergänzt durch die vorgesetzten Halb- und Viertelsäulen in den Ecken der Kirche die Zahl „Zwölf“ ergeben, also die zwölf Apostel, die auf ihren Schultern die Kirche – die Gemeinschaft der Gläubigen – tragen. Auch hierbei bezieht sich der Architekt auf den Offenbahrungstext zum himmlischen Jerusalem.

In der Vierung zwischen den Hauptsäulen steht seit der Liturgiereform der Zelebrationsaltar als Zeichen für Jesus Christus, um den sich die Gläubigen zu gemeinsamem Opfer und Mahl versammeln. (geschaffen um 1972 von H.G.Bücker aus Grabsteinen, die bei Ausgrabungen unter dem heutigen Kirchbau gefunden wurden, und Sockelsteinen der ersten steinernen Kirche von ca.1190).

Darüber hängt das Hochkreuz, das uns den triumphierenden Christus zeigt, der für uns Sünde und Tod besiegt hat. (gefertigt 1961 von H.G. Bücker aus westfälischer Mooreiche mit einem silber- und goldbeschlagenen Korpus).

An der Säule links vom Hochaltar sieht man die Darstellung der hl Margareta von Antiochien, die seit frühesten Zeiten Patronin der Pfarrgemeinde ist, und deren goldener Reliquienschrein leider in den Wirren des 30jährigen Krieges verloren gegangen ist. (Halbrelief von ca. 1520).

An der Stirnseite des südlichen Querschiffes ist das alte Tympanon angebracht. Es ist der Türsturz der ersten steinernen Wadersloher  Kirche. Es ruht heute auf korinthischen Säulen eben dieses Baues.

Das Tympanon (um 1190) zeigt uns die Kreuzigungsszene mit Maria und Johannes und links die hl. Margareta und rechts den hl. Jakobus, der früher Mitpatron der alten Kirche war, was darauf hin deutet, das Wadersloh an einem alten Pilgerweg nach Santiago de Compostela gelegen hat.

Der ehemalige Hochaltar von 1894 dient heute als kostbarer Schrein mit Tabernakel zur Aufbewahrung des Allerheiligsten. Er zeigt uns auf der Tabernakeltür die Verkündigungsszene umrahmt von der Darstellung des Weihnachtsgeschehens und der Erscheinung des Herrn (Hl. Drei Könige), eingerahmt von den vier Evangelisten. Im steinernen Tisch finden wir drei Opferszenen des Alten Testamentes. (Retabel von A.Rüller; Reliefs B.Frydag und Mensa H.Rohling – alle aus Münster).

Vor dem Eingang zur Sakristei steht in der südlichen Seitenkapelle der Rosenkranzaltar. Wir sehen die Himmelskönigin mit dem Jesusknaben, die den Rosenkranz an den hl. Dominikus übergibt, der als Förderer dieses Gebetes gilt. Rechts sieht man Papst Leo XIII., der mit einer Bulle den himmlischen Ursprung bestätigt. (Figuren von 1897 aus der Pfarrkirche zu Liesborn).

Die Stirnwand des südlichen Querschiffes ziert die Statue des hl. Josef, des Ziehvaters Jesu, der als Patron der Zimmerleute und Arbeiter gilt. (Figur vom Giebel des ehemaligen St. Josephhospital, 1884).

Daneben wird die Vortragefahne der Pfarrgemeinde aufbewahrt, die die hl. Margareta als Patronin der Pfarrgemeinde zeigt. (geschaffen um 1995 von einer Nonne des Klosters Varensell).

Wenn man vom Hochchor aus zurückblickt, sieht man an der Empore die um 1980 von der Fa. Stockmann (Werl) geschaffene Orgel. Mit Hilfe ihrer 3544 Pfeifen in 46 Registern lässt sie als Königin der Instrumente mit Hilfe des Organisten das Lob Gottes immer wieder in beeindruckender Weise erschallen und unterstützt den Gesang der Gläubigen.

Im hinteren Teil der Kirche findet der Gläubige mehrere Stellen zum stillen Gebet. Da ist im nördlichen Eingangsbereich das sogenannte Vesperbild der Pieta, der leidenden und Trauernden Gottesmutter mit dem toten Jesus auf ihrem Schoss. Ein Bild, das uns deutlich macht, dass Maria auch uns versteht, wenn wir leiden müssen. (Werk des Wadersloher Bildhauers H. Löppenberg von 1931).

Am Durchgang zum Taufbrunnen beten die Gläubigen vor dem Bild der „Immerwährenden Hilfe“, einer Darstellung der Gottesmutter, die auf eine altrussische Ikone zurückgeht, auf der sie den Sohn Gottes trägt, dem schon die Marterwerkzeuge seines Leidens und Sterbens von Engeln gezeigt wird. (Mosaik einer Varenseller Nonne 1965).

Im südlichen Seitenschiff befindet sich die Gedenkstätte mit den Kreuzen für die Wadersloher Opfer der Kriege des vorigen Jahrhunderts als Mahnung für den Frieden, (Kreuz von H. Bergkemper, 1975)

DCF 1.0
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