Doppelter Nikolausbesuch: Das Nikolausdorf feiert seinen Patron

Gleich zweimal hat St. Nikolaus in diesem Jahr den Weg ins Nikolausdorf Diestedde gefunden und beide Besuche hätten stimmungsvoller kaum sein können. Zwischen Adventszauber und Dorftradition wurde der heilige Mann in Diestedde empfangen wie ein alter Freund, auf den man sich ein ganzes Jahr lang freut.

Bereits am 1. Advent stand das Dorf anlässlich der Nikolaustage Kopf: Das Klappern von Pferdehufen kündigte die Ankunft des Ehrengasts an. In seiner prächtigen Kutsche fuhr St. Nikolaus über die Pfarrer-Johannes-Klein-Allee ein,  begleitet wurde er von Knecht Ruprecht, zwei Engelchen und einer großen Schar erwartungsfroher Familien. Die Grundschülerinnen Ophelia und Frieda meisterten ihren Auftritt als Engelchen mit Bravour und strahlten mit den Lichtern des Weihnachtsmarkts um die Wette. Auf dem Backhaus-Areal sorgte das Blasorchester Diestedde für die passende musikalische Kulisse, während Vereine, Gruppen und Aussteller ein stimmungsvolles Hüttendorf mit abwechlungreichem Angebot gestalteten. Bis in die Dämmerung hinein blieben viele Besucher, genossen Punsch, probierten Leckereien und nutzten die Gelegenheit für Erinnerungsfotos mit dem Nikolaus.

Botschaft der Hoffnung: Der Nikolausumzug am 5. Dezember

Nur wenige Tage später kehrte der heilige Mann zurück, dieses Mal zum traditionellen Nikolausumzug am Vorabend seines Namenstages. Die Fackeln der Feuerwehr tauchten die Lange Straße in warmes Licht, Kinder trugen ihre Laternen aus dem Martinsumzug wieder stolz vor sich her, und das Blasorchester begleitete den Zug musikalisch bis zur Nikolauskirche. Ein besonderer Höhepunkt war die Darstellung des Kornwunders durch die Kommunionkinder, die unter Leitung von Pastoralreferentin Elke Wibbeke die Nächstenliebe des heiligen Nikolaus eindrucksvoll nachspielten. Wie in jedem Jahr besuchte der Nikolaus die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheims Haus Maria Regina.

In der Kirche richtete St. Nikolaus schließlich eine hoffnungsvolle Ansprache an die Gemeinde. In einer Welt voller Unsicherheiten erinnere die Adventszeit daran, dass Menschen die tiefe Sehnsucht in sich tragen, „das Negative zu überwinden“. Die Geschichten von Heiligen wie Martin, Barbara und Nikolaus seien „Balsam für die Seele“, weil sie zeigen, wie menschlich die Welt sein könnte. Dankesworte an alle Helfenden sowie die traditionelle Verteilung der Stutenkerle rundeten den Abend ab. Am Nikolaustag selbst fand das feierliche Patronatsfest in der Kirche statt.

Hintergrund: Wer war der historische Bischof Nikolaus von Myra?

Hinter der beliebten Figur des Nikolaus steht eine geschichtliche Persönlichkeit: Nikolaus von Myra, ein Bischof, der im 4. Jahrhundert in der kleinasiatischen Stadt Myra (heute Demre in der Türkei) wirkte. Über sein Leben existieren nur wenige gesicherte Fakten, doch zahlreiche Legenden zeugen von seinem Ruf als Wohltäter und Beschützer der Bedürftigen. Berühmt wurden Geschichten wie das Kornwunder, bei dem er während einer Hungersnot Getreide von Handelsschiffen für die Armen organisierte. Weil seine Taten Nächstenliebe und Barmherzigkeit vorleben, gilt er bis heute als Patron der Kinder und Seeleute und als Symbol für das, was die Adventszeit im Herzen vieler Menschen ausmacht.