Die Geschichte der Diestedder Trachtenkrippe

Vorsichtig richtet Helmut Bücker Schäferstab und Mütze eines der Hirtenjungen vor dem Holzstall der Diestedder Trachtenkrippe. „Das Schaf da vorne könnte noch ein paar Zentimenter nach Rechts“, ruft er einem seiner ehrenamtlichen Gehilfen zu. Auch das letzte Detail soll perfekt sein für die kommende Weihnachtszeit. Viel ist an diesem Tag los im Altarraum der St. Nikolaus-Kirche im Wadersloher Ortsteil Diestedde. Helmut Bücker ist das gewohnt: Alle Jahre wieder, seit 1983, leitet er den Aufbau der traditionellen Weihnachtskrippe in seinem Dorf.

IMG_6932-3„Das hätten meine Frau Antonia und ich auch nicht für möglich gehalten, dass wir das solange machen. Aber es ist eine echte Herzensangelegenheit für uns“, so der Diestedder. Anfang der 1980er fing unter Pater Markus alles ganz spartanisch an: Ein paar Figuren, ein Teppich, etwas Tannengrün. „Wir hatten aber so viele Figuren, dass wir uns etwas einfallen lassen mussten, da nicht alles passte und wir die schönen Figuren trotzdem gerne präsentieren wollten“, erklärt der Krippenbauer. Hier war Teamarbeit gefragt: Gemeinsam mit Zimmermann Franz Weinekötter und Familie Hanschke wurde ein Unterbau und ein Stall gebaut. Die Damen der Diestedder Frauengemeinschaft (KFD) schneiderten neue Gewänder für die Figuren.

_MG_6963Stück für Stück wuchs die Krippenlandschaft und nahm seitdem sprichwörtlich biblische Ausmaße an. Rund um den Altar erfreuen die verschiedensten liebevoll gestalteten und hergerichteten Hirten, Schafe, die heiligen drei Könige und ihr Gefolge und natürlich die Heilige Familie die Besucher von nah und fern. Immer wieder musste hier und da etwas nachgebessert und optimiert werden. In diesem Jahr bekam der Stall unter anderem eine neue Rückwand. Benjamin Skusa verpasste dem Holzstall einen neuen Anstrich und überarbeitete einen Teil der Figuren. Eine örtliche Gärtnerei stellte wieder Tannengrün- und Bäume zur Verfügung. Mehr als ein Dutzend freiwilliger Helferinnen und Helfer packte beim Aufbauen und Schmücken mit an. „Mir ist nach all den Jahren jede Figur ans Herz gewachsen, aber nun ist es langsam an der Zeit, dass ich einen Nachfolger finde“, so Bücker. Vielleicht findet sich ja der ein oder anderer Mitstreiter unter den vielen Besuchern der Trachtenkrippe, die ganz bestimmt auch in den nächsten Jahrzehnten für viele faszinierte Blicke und leuchtende Augen in der besinnlichen Jahreszeit sorgen wird.

Hintergrund

IMG_6916-3Jedes Jahr eine Woche vor dem Weihnachtsfest bilden Tannengrün, Tannenbäume und Moos die Kulisse für die weihnachtliche Szenerie. Die Diestedder Trachtenkrippe besteht aus mehr als 40 Figuren. Dass die Krippe heute den Altarraum bereichern kann, ist dabei einem Zufall geschuldet: In den 1950er Jahren wurden die Krippenfiguren, die erstmals 1858 ausgestellt wurden, von Handwerkern auf dem Dachboden der 1962 abgerissenen alten Nikolauskirche hinter einer Wand wiederentdeckt. Als die heutige St.-Nikolaus-Kirche 1958 eingeweiht wurde, erwachten zur Weihnachtszeit auch die restaurierten Figuren aus ihrem Winterschlaf. Seit knapp dreieinhalb Jahrzehnten arrangiert Helmut Bücker die Figuren zu einer weihnachtlichen Krippenlandschaft. Unterstützt wurde er dabei in den Jahren von seiner Frau Antonia, aber auch dem Kirchenvorstand und der Gruppe „DieAktiv“. In diesem Jahr packten unter anderem auch Bärbel Reeke, Irene Lisowski, Bruno Paculla und Werner Eckey mit an.

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