Bischof Genn weiht acht junge Männer im St.-Paulus-Dom zu Priestern

Sie wollen ihr Leben in den Dienst der Kirche stellen und die Botschaft Jesu erlebbar machen – darauf haben sie sich in den vergangenen Jahren vorbereitet. Am Pfingstsonntag, 15. Mai, hat Bischof Dr. Felix Genn acht junge Männer im St.-Paulus-Dom in Münster zu Priestern geweiht. Im überfüllten Dom empfingen Joachim Brune aus Liesborn, Ebbo Ebbing aus Rhede, Bernd Egger aus Lüdinghausen, Sebastian Frye aus Schöppingen-Eggerode, Jonas Hagedorn aus Ibbenbüren, Christoph Hendrix aus Issum, Ralf Meyer aus Mettingen und Christoph Schwerhoff aus Borken-Gemen das Sakrament der Priesterweihe.

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Indem Joachim Brune vor dem Bischof niederkniete und seine Hände in die seinen legte, versprach er dem Bischof und seinen Nachfolgern Gehorsam. (Foto: Michael Bönte/Kirche + Leben)

Bereits in seiner Begrüßung dankte der Bischof den Kandidaten für ihre Bereitschaft zum priesterlichen Dienst. Besonders hieß er ihre Familien, Freunde und Wegbegleiter aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden willkommen. „Die ganze Kirche freut sich an diesem Tag, dass es diese Grunderfahrung gibt, die mit dem Pfingstfest verbunden ist“, sagte der Bischof. „Hier bin ich“ – mit diesem Ausruf bekräftigten die Kandidaten nacheinander ihren Entschluss, künftig als Priester am Altar und in der Seelsorge zu wirken.

In seiner Predigt ging Bischof Genn auf die beiden „menschlichen Handlungen“ – Versprechen und Verzeihen – ein, die zuvor bei der Beauftragung der Jünger im Johannesevangelium zur Sprache kamen. Beide Handlungen seien eng mit dem priesterlichen Dienst verknüpft. „Im Versprechen vertraut sich jemand einem Anderen für eine lange Zeit an und gibt sich in die Ungewissheit der Zukunft hinein – auch, wenn dieser unsichtbar bleibe“, verdeutlichte der Bischof. Im Verzeihen dagegen öffne jemand das Vergangene, indem er einen Perspektivwechsel vornehme: „Er legt sich nicht fest, sondern eröffnet ihm die Möglichkeit, ein Anderer zu sein“, erklärte er. Festlegen im Versprechen, offen sein im Verzeihen – diese beiden Handlungen habe Jesus seinen Jüngern geschenkt, diese beiden Handlungen gehören zu seiner Sendung.

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Foto: Michael Bönte/Kirche + Leben

„Wir können uns diese Gabe nur schenken lassen“, sagte Bischof Genn weiter. Spürbar und erlebbar werde die Nähe des Herrn in den sakramentalen Zeichen: „Zeichen, die wir nicht selbst geben können, sondern die der Liebe Gottes entsprungen sind“, betonte er. Durch die Handauflegung würden die Kandidaten in diese Sendung Gottes aufgenommen. „Sie können diesen Schritt wagen, weil Sie sich von der Liebe Gottes getragen fühlen dürfen“, wandte sich der Bischof unmittelbar an die Weihekandidaten. „Ich freue mich von ganzem Herzen, dass ich diese acht Männer heute durch die Weihe beauftragen darf, die Nähe Gottes zu den Menschen, zu Ihnen bringen zu können“, betonte er am Schluss und lud die Anwesenden ein, den priesterlichen Dienst der jungen Männer betend zu begleiten.

Als Zeichen ihrer Hingabe an Gott legten sich die Kandidaten auf den Boden, während sie um den Beistand des Heiligen Geistes beteten. Anschließend legten ihnen Bischof Genn sowie zahlreiche Priester aus dem Bistum in Stille die Hände auf. Aus den Händen des Bischofs empfingen die Neupriester schließlich das Messgewand sowie Hostienschale und Kelch.

Musikalisch wurde die Liturgie vom Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer, dem Santini Kammerorchester, der Schola der Klarissen am Dom und Domorganist Thomas Schmitz festlich gestaltet.

Quellenangabe: Bischöfliches Generalvikariat Münster; Fotos (3): Michael Bönte/Kirche + Leben

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